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Homöopathie

Ähnliches mit Ähnlichem heilen – dieser Grundsatz der Homöopathie ist vielen geläufig. Weniger bekannt ist, was das konkret bedeutet. Wie ist denn beispielsweise ein Kügelchen Arnica zu einer Verletzung ähnlich? Und wie ein Kügelchen Natrium muriaticum zu einem Trauerzustand?

Wenn wir oder unsere Tiere krank sind, dann hat sich unser körperlicher Zustand verändert – von einem gesunden Zustand in den jetzt kranken Zustand. Mit der Gabe der Arznei zeigen wir dem kranken Organismus, in welchem Zustand er sich gerade befindet – wir halten im sozusagen den Spiegel vor. Der Organismus ist dann bestrebt, wieder einen gesunden Zustand zu erreichen. Er heilt sich selbst.

Als Spiegel dienen uns die homöopathischen Arzneien. Sie verursachen eine ähnliche „Kunstkrankheit“ im Organismus. Wie diese Kunstkrankheit für die vielen verschiedenen Arzneien jeweils aussieht, haben Generationen gesunder Menschen in Arzneimittelprüfungen herausgefunden. Denn nehme ich als gesunder Mensch eine potenzierte Arznei, gerate ich in einen Zustand, in dem ich mich vorübergehend krank fühle. Nehme ich beispielsweise Arnica, fühle ich mich zerschlagen, so als sei ich unter die Räder gekommen. Nehme ich Natrium muriaticum fühle ich mich melancholisch oder wie erstarrt.

Gebe ich dann einem Kater, der einen Kampf hinter sich hat, Arnica, schwindet seine „Zerschlagenheit“ und er erholt sich schnell. Gebe ich einem Hund, der seinen Menschen verloren hat und seitdem verändert ist, Natrium muriaticum, löst sich seine Trauer und er kann sich auf eine neue Lebenssituation einlassen.

Die Prüfungen der Arzneien an Gesunden und die Wahl der einen Arznei von vielen hundert, die am ähnlichsten zum jeweils aktuellen Krankheitszustand des Patienten ist, die seinen Zustand am besten spiegelt, sind die Grundlage der homöopathischen Therapie.

Bei akuten Krankheiten kann die einmalige Gabe einer Arznei ausreichen. Bei chronischen Krankheiten ist es in der Regel notwendig, nach der ersten Arznei noch weitere folgen zu lassen. Das liegt ganz einfach daran, dass sich eine chronische Krankheit über Jahre entwickelt hat, und der Patient dabei durch verschiedene Krankheitszustände gegangen ist. Deshalb braucht es mehrere Arzneien nacheinander, um den Kranken wieder in einen gesünderen Zustand zu bringen.

Nach der Erstanamnese, der Aufnahme der Krankengeschichte, die eine bis zwei Stunden dauert, wähle ich die Arznei, die zum jetzt vorliegenden Krankheitszustand die ähnlichste ist. Nach der Gabe beginnt der Organismus zu reagieren und der kranke Zustand verändert sich.

Für die weitere Behandlung ist es von äußerster Wichtigkeit, dass Sie mir von diesen Veränderungen berichten, denn sie weisen den Weg zur Folgearznei. Jeder veränderte Zustand benötigt wieder die jetzt ähnlichste Arznei. So ist es in chronischen Fällen möglich, die Genesung Schritt für Schritt, Arznei für Arznei, voranzubringen.

Wenn Sie aufmerksam gelesen haben, verstehen Sie sofort, warum „Komplexmittel“ keine Homöopathie sind. Zwar werden potenzierte Arzneien gegeben, doch das Ähnlichkeitsprinzip wird nicht beachtet. Es wird nicht die eine Arznei gegeben, die ähnlich zum Krankheitszustand ist, sondern fünfzig oder mehr potenzierte Arzneien gleichzeitig. Selbst wenn eine der Arzneien zufällig passend sein sollte, verursachen die anderen viele künstliche Krankheitszustände im ohnehin schon kranken Patienten.

Noch mehr Informationen zur Homöopathie finden Sie unter Artikel, Homöopathie.